Die Chancen stehen gut, dass die Expedition erfolgreich abläuft. Dennoch ist so ein Unternehmen immer mit einem erheblichen Risiko verbunden.

Neben den extremen äußeren Bedingungen liegt das größte Risiko vor allem darin, das Zeitfenster zu überschreiten. Wir haben maximal von Anfang November bis Ende Jänner Zeit, die Expedition erfolgreich durchzuführen. Das sind knappe zweieinhalb Monate. Die Distanz zum Südpol beträgt cirka 1000 Kilometer Luftlinie. Wenn bei der Anreise zum Ausgangspunkt am Weddell-Eismeer keine Verzögerung eintritt, werden wir um den 10. November aufbrechen. Von der Küste weg zum Pol geht es permanent bergauf. Der Südpol liegt auf 3.000m Seehöhe. Zudem weht stets heftiger Wind vom Pol abwärts also uns ins Gesicht.

Für diese Strecke haben wir 40 Tage geplant. Mindestens 25 Kilometer ist unser Tagespensum. Hier ist aber weder extremes Schlechtwetter noch ein Ruhetag eingerechnet.

Je weiter wir uns von unserer Basisstation entfernen, umso größer ist das Risiko, wenn jemand akut erkrankt ist oder sich schwer verletzt. Flüge können nur bei Schönwetter durchgeführt werden. Die Antarktis hat verschiedene Wetterzonen und für einen Versorgungsflug über lange Strecken, muss das Wetter in allen Zonen gut sein. Es kann vorkommen, dass wochenlang nicht geflogen werden kann, weil 1000 Kilometer entfernt eine Sturmzone steht, im Basislager aber schönstes Wetter herrscht.

Wir werden alles daran setzen, die Expedition erfolgreich durchzuführen. Doch ein Projekt in der Antarktis und noch dazu in diesen Dimensionen birgt auch bei bester Organisation und Berücksichtigung aller Sicherheitsvorkehrungen ein erhebliches Restrisiko. Sollte es zur Wahrung des Lebens eines oder mehrerer Expeditionsteilnehmer notwendig sein, unseren Plan zu ändern, so werden wir das tun. Auch wenn wir dadurch den Erfolg der Expedition gefährden. So werden uns auch hier Shakleton und Amundsen als leuchtende Vorbilder dienen, die ihre gesamte Mannschaft wieder heil aus der Eishölle zurück brachten.

 

Mögen die Götter uns begleiten und unsere Schritte sorgsam führen.