Die Antarktis ist der kälteste, windigste und trockenste Kontinent der Erde. Ursache ist einerseits die Lage am südlichsten Rand der Erdkugel und andererseits die massive permanente Eisbedeckung des Festlandes sowie die ungeheure Ausdehnung der die Antarktis umgebende Meereseisfläche.

Am Gipfel des Mount Vinson

Die kälteste jemals gemessene Temperatur von minus 89,2°C wurde von der Forschungsstation „Vostok“ am 21. Juli 1983 registriert. Die Begründung, warum solche extremen Temperaturen überhaupt möglich sind, liegt einerseits im starken Neigungswinkel der Erdache zur Sonne aber auch darin, dass 80% der Sonnenstrahlung durch das Eis wieder ins All zurückreflektiert wird. Die Kälte ist so groß, dass sie nicht die geringste freie Feuchtigkeit zulässt. Der Schnee ist so pulvertrocken, dass er bei jedem Schritt wie Styropor knirscht.

Küstengebiete sind durch den mildernden Effekt der Ozeane etwas wärmer. Auf der Ross Insel fallen die Temperaturen auch in den antarktischen Wintermonaten nur selten unter minus 40°C. Die höchsten Temperaturen wurden in der „Scott Base“ mit plus 7°C gemessen und in der „Vanda Station“ im Wright Valley wurden 1996 sogar plus 10°C registriert.

Die Antarktis ist eine der trockensten Wüsten der Erde. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr beträgt umgerechnet zu Wasser 120 – 150mm, am Plateau sind es sogar nur 50mm pro Jahr. Der meiste Schnee wird durch die wärmere und feuchtere Luft an den Küstengebieten mit dem Wind landeinwärts verfrachtet.

 
Commonwealth Bay

Eine der windigsten Orte der Erde ist die Commonwealth Bay in der Ostantarktis. Hier werden Windgeschwindigkeiten von über 320 km/h gemessen. Diese orkanartigen Stürme sind Fallwinde, die durch die extrem kalte Luft am Eisplateau entstehen und dabei immer schneller werden je näher sie zur Küste kommen. Am Südpol selbst erreicht der Wind eine Stärke bis zu 120km/h.

Die Antarktis umfasst drei unterschiedliche, jedoch eng voneinander abhängige Bereiche: den Kontinent selbst, das Südpolarmeer und den Luftraum darüber. Diese drei Systeme bilden in ihrer Gesamtheit die Antarktis – ein Zehntel unserer Erde. Kein Wunder also, dass sie eine wichtige Rolle im Klimagefüge spielt. Abhängig von der Intensität der Sonneneinstrahlung bilden sich in zehn- bis zwölftausend Meter Höhe zwei mächtige Luftdruckblöcke: der Tropenblock und der Polarblock. Zwischen beiden findet ein intensiver Druckausgleich statt. Dabei bilden sich Winde, die mit über 400 km/h nach Osten ziehen. Im Sog dieser Jetstreams werden die globalen Hoch- und Tiefdruckgebiete geregelt. Wird dieses Gefüge gestört, kommt es zu irreversiblen Veränderungen des Klimas auf der Erde. Die Folge wären einerseits Eisschmelze an den Polkappen, damit verbunden ein Anstieg des Meeresspiegels, andererseits aber auch eine vermehrte Ausbreitung der Trockenzonen, Hitze, Wirbelstürme und Dürren.