Scott in seinem Zimmer während der Expedition von 1910-1912

Seit der englische Seefahrer James Cook 1772 nach Süden segelte, um die Existenz eines Terra Australis Nodum Incognita herauszufinden, hat die Antarktis Generationen von Polarforschern magisch angezogen.

Wahrscheinlich war es der russische Kapitän Thaddeus Bellinghausen, der 1820 die Antarktis das erste Mal gesehen hat. Ein Jahr später dürfte der amerikanische Seemann John Davis als erster die Antarktis betreten haben als sein Schiff an der Peninsula anlegte. Die erste dokumentierte Landung stammt von Henryk Bull, dessen Schiff „Antarctic“ am 24. Jänner 1895 bei Cape Adare vor Anker ging. Die erste Überwinterung erfolgte 1899 durch Carsten Borchgrevink, der auch die erste Expedition ins Landesinnere unternahm. Ein Mitglied dieser Expedition war der Zoologe Nicolai Hanson. Er starb an Skorbut und war der erste Mensch, der in der Antarktis begraben wurde.

Die Endurance in einer Druckspalte, 19.10.1915

Die folgenden 15 Jahre waren die wichtigsten in der Entdeckung der Antarktis. Verschiedene Nationen wie Australien, Frankreich, Deutschland, England, Japan, Norwegen und Schweden unternahmen zahlreiche Expeditionen, um die Antarktis zu erkunden. Hauptaugenmerk galt dabei vor allem der antarktischen Halbinsel, der Commonwealth Bay in der Ostantarktis und das Gebiet um das Ross Meer. Scott, Shackleton, Amundsen und Shirase leiteten diese Expeditionen. 1909 wurde der magnetische Südpol entdeckt und am 14. Dezember 1911 erreichte Amundsen als erster Mensch den geographischen Südpol. Durch diese Expeditionen konnten viele wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, vor allem aber neue Gebiete erforscht und kartographisch erfasst werden.

Die weitere Entdeckung der Antarktis erfuhr einen entscheidenden Wandel als der Amerikaner Richard Byrd 1929 als erster Mensch den Südpol mit dem Flugzeug erreichte. Große Funkstationen wurden errichtet und ermöglichten so die kartographische Erfassung der Antarktis aus der Luft.

Sir Edmund Hillary (links) und Dr. Vivian Fuchs im Jahre 1958 treffen sich bei der ersten Antarktis-Durchquerung

Mit der amerikanischen „Operation Deep Freeze“ und der Errichtung der ersten wissenschaftlichen Station „McMurdo“ im Bereich des Ross Meeres begann 1955/56 die moderne Ära der antarktischen Unternehmungen. Von dieser Station ausgehend gelang 1957/58 die erste Durchquerung der Antarktis durch den Wissenschafter Dr. Vivian Fuchs. Unterstützt wurde er dabei von Sir Edmund Hillary, der mit seiner Mannschaft 1957 in der Scott Base überwinterte.

Seit damals wurde die Antarktis noch einige Male durchquert. Die „Internationale Trans-Antarctic-Expedition“ schaffte 1989/90 mit Hunden die längste Durchquerung des Kontinents. 1992/93 erfolgte mit der „Pentland-Southpole-Expedition“ die erste selbständige Durchquerung der Antarktis ohne logistische Unterstützung.